USA / Kanada

USA / Canada - Tour 2006 

Nicht unbedingt erholt, aber voller Eindrücke kehrten die 52 Aktiven und Begleiter des Blasorchesters der Freiwilligen Feuerwehr Villmar von der großen Konzertreise nach Kanada und den USA zurück. 

18 Tage dauerte die vierte Überseetour des Orchesters, die am 17. Juli zunächst zum "Big Apple" , also nach New York führte.

Und wer mit dem Villmarer Orchester unterwegs ist, der kann was erleben. Nach Ankunft in New York fehlten gleich 11 Koffer. Damit jedoch nicht genug. Ausgerechnet an diesem Tag stiegen die Temperaturen in New York auf bisher nie gemessene 38° Grad Celsius an. Von diesen Widrigkeiten ließen sich die Villmarer jedoch nicht abhalten, die interessantesten Plätze wie Central Park, Wall-Street, Broadway und Times Square anzuschauen. Bewegend war für alle der Anblick von Ground Zero, dem Platz, an dem die Zwillingstürme des World Trade Center standen. Ein Besuch des Empire State Building, dessen Halle mit Villmarer Marmor ausgestattet ist, sowie eine Bootsfahrt an der Freiheitsstatue vorbei, durften ebenso nicht fehlen.

Nach zwei Tagen ging es dann weiter nach Montreal in Kanada. Einer mehrstündigen Stadtrundfahrt mit Olympiagelände, Altstadt und unterirdischer Einkaufsstadt folgte am Abend das erste Konzert auf Einladung der Deutschen Gesellschaft zu Montreal in der Alexander-von-Humboldt-Schule. Alle Zuhörer waren hellauf begeistert, einigen der Älteren kamen die Jugendjahre wieder in Erinnerung. Das Blasorchester schaffte es, eine musikalische Brücke zwischen der alten und neuen Heimat herzustellen.

Über den historischen King´s Highway führte die Reise weiter nach Quebec, wo das Orchester das Flair sowie das bunte Leben in den engen Gassen der Altstadt genoss, bevor dann in Ottawa, der Hauptstadt Kanadas, erneut ein Konzert auf dem Programm stand.

Nach einer Stärkung mit Schnitzel, Bratwurst und Sauerkraut erfreute das Orchester die Zuhörer im bayerisch geschmückten Saal des "Maple Leaf Almrausch Club" mit heimatlichen Klängen. Auf den Ankündigungsplakaten des Clubs wurde Villmar kurzerhand ins Bundesland Bayern verlegt, aber dieser kleine Irrtum wurde schnell aufgeklärt.

Über die geheimnisvolle Inselwelt der "Thousand Islands", die mit einem Schiff erkundet wurde, erreichte die Gruppe am achten Tag der Reise die größte Stadt Ontarios, Toronto, wo am Nachmittag die Auffahrt zum 553 m hohen CN Tower, dem zweithöchsten Gebäude der Welt, erfolgte. Mit Ausnahme des musikalischen Leiters, Klaus Dasbach, wagten alle die schnelle Fahrt mit dem Aufzug zur Aussichtsplattform in 360m Höhe. Oben angekommen konnte man sich auf einen Glasboden stellen und direkt unter sich in die Tiefe blicken. Nicht wenige beschlich dabei ein mulmiges Gefühl.

Ein weiteres Highlight der Reise war der Besuch derweltberühmten Niagarafälle. Bei einer Bootsfahrt mit der "Maid of the Mist" fuhren die Villmarer ganz nah an die Fälle heran und bestaunten die Urgewalt des Wassers.

Nachmittags stand dann noch ein Besuch beim Fire Department von Niagara Falls an, dessen Einladung die Feuerwehrmusiker gerne folgten. Nach einer Besichtigung der Feuerwache wurden Geschenke ausgetauscht und einige genossen den Ausblick aus dem Korb einer ausgefahrenen Feuerwehrleiter. Am folgenden Tag frühmorgens verlies die Villmarer Reisegruppe Kanada und brach nach Washington auf. Im Rahmen einer Stadtrundfahrt wurden die vielen Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt, wie das Capitol, das Weiße Haus, Washington Memorial oder Lafayette Park besichtigt.

In Washington gab das Orchester auch das letzte Gastspiel seiner Tournee. Dort erlebten die Musiker eine Überraschung. Ein ehemaliger Musiker der III. Army-Divison-Band, die vor einigen Jahren an Kirmesmontag in Villmar aufspielte, las von dem bevorstehenden Auftritt, den er sich nicht entgehen lassen wollte. Und weil er zufällig seine Klarinette dabei hatte, wurde er eingeladen, mitzuspielen. Die Musik des Orchesters kam beim Publikum so gut an, dass es nicht ohne mehrere Zugaben von der Bühne gelassen wurde. Im Anschluss unterhielten sich die Musiker bei dem einen oder anderen deutschen Bierchen noch mit den überwiegend deutschstämmigen Zuhörern, die sichtlich froh waren, eine Gruppe aus der früheren Heimat zu beherbergen.

Der nun folgende Flug nach Florida ging nicht ganz ohne Probleme vonstatten. Aufgrund eines Bremsendefekts des Flugzeugs verspätete sich der Abflug um fast 3 Stunden. Beruhigend war allerdings, dass man beim Austausch der defekten Teile zuschauen konnte.

In den verbleibenden Tagen in Orlando und Miami Beach besuchten die Reisenden noch Sea World, die Universal Studios, Cape Canaveral und die Everglades. Hier durften sich einige beim Bändigen eines, wenn auch kleinen, Alligators als "Crocodile-Dundee" versuchen. 

Für Entspannung an den Stränden Miami Beachs blieb bei diesem umfangreichen Programm natürlich nur noch sehr wenig Zeit. Bei einem typisch amerikanischen Farewell-Dinner, die Spare-Ribs ragten auf jeder Seite über den Tellerrand hinaus, bedankten sich die Reiseteilnehmer bei den Organisatoren für die gelungene Reise. Danach hieß es Abschied nehmen, vom Land der unbegrenzten Möglichkeiten, denn am nächsten Morgen ging der Flug zurück nach Frankfurt. (T.R.)